Mit mutigem Offensiv-Eishockey haben Leon Draisaitl und Co. eine starke WM-Generalprobe abgeliefert. Die deutsche Nationalmannschaft um den NHL-Star der Edmonton Oilers überzeugte im letzten Test für die Weltmeisterschaft in der Slowakei trotz eines 2:5 (2:1, 0:1, 0:3) gegen den Titelaspiranten USA über weite Strecken. Vier Tage vor dem WM-Start (alle Spiele der Weltmeisterschaft live bei DAZN) entschied ein Eigentor des NHL-Verteidigers Korbinian Holzer das Spiel.

Der Mannheimer Markus Eisenschmid brachte das Team von Bundestrainer Toni Söderholm vor 13.000 Zuschauern in der ausverkauften SAP Arena nach Zuspiel von Draisaitl in Führung (11.). Nach dem Ausgleich durch Noah Hanifin (14.) traf NHL-Stürmer Dominik Kahun zum 2:1 (16.). Clayton Keller glich für die hochkarätig besetzten Amerikaner erneut aus (28.). Dann bugsierte Holzer den Puck ins eigene Tor, der Treffer wurde Alex DeBrincat gutgeschrieben (45.). James van Riemsdyk (51.) und Johnny Baudreau (58.) ins leere Tor sorgten für den Endstand. Es war die vierte Niederlage im siebten Vorbereitungsspiel.

“Wir haben offensiv eine Menge Qualität”, sagte Torschütze Eisenschmid. Vor allem wenn Draisaitl oder Kahun auf dem Eis standen, erspielte sich die deutsche Mannschaft viele gute Torchancen. Auf der anderen Seite wackelte die Abwehr allerdings teilweise bedenklich.

Am Mittwoch fliegt die DEB-Auswahl mit 25 Spielern von Frankfurt/Main nach Kosice, am nächsten Morgen geht es zum ersten Mal auf das WM-Eis. Nach der verletzungsbedingten Absage des NHL-Torwarts Thomas Greiss (New York Islanders) nimmt Söderholm alle drei Goalies aus der Vorbereitung mit: den Düsseldorfer Mathias Niederberger, den Nürnberger Niklas Treutle, die gegen die USA jeweils eine halbe Stunde spielten, und den Schwenninger Dustin Strahlmeier. Denn noch ist offen, ob Philipp Grubauer zur WM kommt. Der beste deutsche Torhüter hat mit der Colorado Avalanche in der Nacht zu Donnerstag noch die Chance, ins NHL-Halbfinale vorzustoßen.

Die Weltmeisterschaft beginnt für das deutsche Team in Kosice mit den richtungweisenden Spielen am Samstag gegen Aufsteiger Großbritannien und am Sonntag gegen Dänemark (beide ab 16.15 Uhr live bei DAZN). “Das sind Gegner, die man schlagen kann”, sagte Kahun dem SID: “Dafür müssen wir in den ersten Spielen gleich Vollgas geben.”

DEB-Team trifft im vorletzten Gruppenspiel erneut auf die USA

Gegen die Amerikaner, die nach WM-Bronze im vergangenen Jahr erneut zu den Favoriten zählen, kamen erstmals die Nationalspieler der DEL-Finalisten Adler Mannheim und Red Bull München zum Einsatz. Sein Länderspieldebüt gab der 18-jährige Moritz Seider, der im Sommer voraussichtlich in der ersten Runde des NHL-Drafts ausgewählt wird. Der Mannheimer glänzte nicht nur mit seinem klugen Pass zu Kahuns 2:1.

Die USA, am 19. Mai vorletzter Vorrundengegner der deutschen Mannschaft, boten nicht nur Weltklassespieler wie den dreimaligen Stanley-Cup-Sieger Patrick Kane auf, sondern auch den 17-jährigen Jack Hughes, der als nächster NHL-Superstar gehandelt wird. Das deutsche Team begann sehr stark und erspielte sich im ersten Drittel zahlreiche Chancen. Die Führung in der ersten Pause war verdient.

Im zweiten Durchgang hatte Benedikt Schopper Pech mit einem Pfostenschuss. Der eingewechselte Treutle verhinderte zunächst bei mehreren US-Großchancen einen Rückstand. Mehrmals ließen ihn seine Vorderleute im Stich.

Eishockey-WM 2019: Spielplan des DEB-Teams

Datum Uhrzeit Paarung Übertragung
Sa., 11. Mai 2019 16.15 Uhr Deutschland – Großbritannien DAZN/Sport1
So., 12. Mai 2019 16.15 Uhr Dänemark – Deutschland DAZN/Sport1
Di., 14. Mai 2019 20.15 Uhr Deutschland – Frankreich DAZN/Sport1
Mi., 15. Mai 2019 20.15 Uhr Deutschland – Slowakei DAZN/Sport1
Sa., 18. Mai 2019 16.15 Uhr Kanada – Deutschland DAZN/Sport1
So., 19. Mai 2019 16.15 Uhr Deutschland – USA DAZN/Sport1
Di., 21. Mai 2019 12.15 Uhr Finnland – Deutschland DAZN/Sport1

Eishockey, Länderspiel, Schema: Deutschland – USA 2:5

Tore: 1:0 Eisenschmid (10:13), 1:1 Hanifin (13:15), 2:1 Kahun (15:22), 2:2 Keller (27:02), 2:3 DeBrincat (44:10), 2:4 van Riemsdyk (50:26), 2:5 Gaudreau (57:20).

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