Der zweimalige Olympiasieger und langjährige NHL-Starkeeper Roberto Luongo hat nach 19 Saisons seine Karriere für beendet erklärt. Der 40-Jährige, der bis zuletzt bei den Florida Panthers spielte, ist der Goalie mit den drittmeisten Siegen in der Geschichte der NHL.

Robert Luongo


Rücktritt im Alter von 40: Roberto Luongo.

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“Das ist eine der schwersten Entscheidungen, die ich in meinem ganzen Leben getroffen habe, und es hat lange gedauert, sie zu fällen. Nachdem ich in den letzten zwei Monaten viel darüber nachgedacht und auf meinen Körper gehört habe, war es mir klar: Die Zeit fühlt sich richtig an, jetzt aufzuhören”, erklärte Luongo in einer persönlichen Stellungnahme am Mittwoch.


Vor allem eine Hüft-OP vor ein paar Jahren habe ihm so große Probleme bereitet, dass er selbst an Trainingstagen mehreren Stunden vor und nach dem eigentlichen Training zusätzliche Einheiten mit dem medizinischen Personal und Trainerstab habe absolvieren müssen. Erstmals überhaupt in seiner Karriere habe die Aussicht auf das erste Eistraining Ende Juli in ihm diesmal keine Vorfreude geweckt. Gerade auch deshalb sei nun der richtige Zeitpunkt gekommen, aufzuhören, erklärte der 40-Jährige.


Luongo erlebte seine beste Zeit bei den Vancouver Canucks (2007 bis 2014), mit denen er 2011 im Stanley-Cup-Finale stand und gegen die Boston Bruins erst im entscheidenden siebten Spiel in Vancouver am Ende unterlagen war. Mit dem “Team Canada” holte er 2010 und 2014 olympisches Gold sowie 2003 und 2004 den WM-Titel. Nur zwei Torhüter, Martin Brodeur (691 Siege) und Patrick Roy (551), gewannen in ihrer NHL-Karriere mehr Spiele als Luongo (489). Sogar nur Brodeur (1266 Einsätze) spielte mehr Partien als er (1044).

Unliebsame Folgen für Florida und Vancouver


Die Tatsache, dass Luongo seinen Rücktritt erklärt, obgleich sein Vertrag bei den Panthers eigentlich noch bis 2022 läuft, hat für Florida, vor allem seinen Ex-Klub Vancouver Canucks nicht unerhebliche Negativfolgen. Denn obgleich Luongo von der Gesamtsumme seines 2010 mit den Westkanadiern geschlossenen Zwölf-Jahres-Vertrags über 64 Millionen Dollar in den letzten drei Vertragsjahren lediglich noch gut 3,6 Millionen ausgezahlt bekommen hätte, erhalten sowohl Vancouver als auch Florida aufgrund des vorzeitigen Rücktritts nun eine sogenannte “Recapture Penalty”. Heißt konkret: In jeder der nächsten drei Spielzeiten darf Florida unter dem jeweiligen Salary Cap rund eine, Vancouver sogar gut drei Millionen Dollar weniger ausgeben.


Grund für die Einführung solcher Strafen im aktuell laufenden Rahmentarifvertrag zwischen NHL und der Spielergewerkschaft NHLPA waren Langzeitverträge wie eben jener von Luongo, die mit künstlich verlängerter Laufzeit das Durchschnittsgehalt pro Jahr reduzierten – und so dem Klub mehr Spielraum unter der Obergrenze gewährten. Den Canucks und Panthers kommt dies nun buchstäblich teuer zu stehen.

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