Dramatik in der Frauen-Bundesliga. Nicht nur an der Spitze, sondern auch im Tabellenkeller. Selbst der MSV Duisburg muss noch um den Klassenverbleib bangen. Ein Sieg im Nachholspiel bei Schlusslicht Borussia Mönchengladbach heute (ab 19 Uhr) wäre für den Viertletzten ein großer Schritt. MSV-Torhüterin Meike Kämper ordnet die Situation im DFB.de-Interview ein.

DFB.de: Frau Kämper, reicht ein Blick auf die Tabelle, um die Bedeutung des Duells richtig einzuordnen?

Meike Kämper: Ja, definitiv. Unser 1:0 am vergangenen Wochenende gegen Bayer Leverkusen war enorm wichtig. Dadurch haben wir die Abstiegsränge verlassen. Aber diese drei Punkte bringen uns nicht entscheidend weiter, wenn wir nicht in Mönchengladbach nachlegen können. Wir müssen da gewinnen. Dann könnten wir einen ganz großen Schritt in die richtige Richtung machen.

DFB.de: Mönchengladbach hat erst einen Punkt auf dem Konto, sieben Tore geschossen und 82 Treffer kassiert…

Kämper: … aber wir werden sie trotzdem nicht unterschätzen. Das wäre das Schlimmste, was wir machen könnten. Wir gehen zwar als Favorit in die Partie, müssen aber unsere Leistung abrufen, damit wir gewinnen. Im Hinspiel hatten wir auch zunächst Probleme und sind in Rückstand geraten. Optimal wäre ein frühes Tor – diesmal für uns. Das könnte Selbstvertrauen geben und den Knoten lösen. Aber klar ist: Es muss unser Anspruch sein, dort drei Punkte zu holen. Wenn wir unsere Leistung auf den Rasen bringen, werden wir das schaffen. Alles andere wäre eine riesige Enttäuschung.

DFB.de: Wie ist die Stimmung vor dieser wichtigen Partien?

Kämper: Der Erfolg gegen Leverkusen hat uns gut getan. Wir sind jetzt nicht ausgelassen oder überglücklich, denn wir haben noch nichts erreicht. Aber es war für das Selbstvertrauen einfach mal wieder wichtig, ein Spiel zu gewinnen – und zwar ohne Gegentreffer. Darauf können und wollen wir aufbauen.

DFB.de: Vor dem Sieg gegen Leverkusen gab es einige klare Niederlagen: 1:6 gegen Freiburg, 0:5 gegen Bremen, 0:4 gegen Bayern, 0:6 gegen Essen. Wie ist das zu erklären?

Kämper: Gar nicht. Und das ist ja auch unser Problem. Wir treten zu unbeständig auf. Wir sind einfach nicht konstant genug. Wir hatten einen guten Start mit drei Siegen, danach kamen noch zwei recht glückliche Unentschieden. Danach kam leider ein kleiner Bruch, den ich mir auch nicht erklären kann. Wir haben zu viele Gegentore kassiert – durchschnittlich mehr als drei pro Partie sind einfach zu viel.

DFB.de: Macht es Sie als Torhüterin nicht wahnsinnig, wenn Sie Woche für Woche so viele Gegentreffer kassieren?

Kämper: Das gefällt niemandem. Ich hole nicht gerne den Ball aus dem eigenen Tor, das können Sie mir glauben. Aber meine Mitspielerinnen leiden genauso darunter.

DFB.de: War das zwischenzeitliche 0:5 gegen Werder Bremen der Tiefpunkt in dieser Entwicklung?

Kämper: Das war ein schreckliches Spiel mit einer ganz schwachen Leistung von uns allen. Für mich gibt es bis heute keine Erklärung dafür, wie das passieren konnte. Aber diese Niederlage und das 1:6 danach gegen Freiburg haben uns auch die Augen geöffnet. Spätestens danach war allen klar, was die Stunde geschlagen hat. Die Negativerfahrungen der vergangenen Wochen sind uns definitiv eine Warnung. Allerdings bringt es nichts, jetzt noch lange nach den Gründen zu suchen. Das können wir nach der Saison machen, nun sollten wir nach vorne schauen. Denn jetzt sind wir wieder in der Spur und auf dem richtigen Weg. Ich bin schon lange in Duisburg, und wir hatten immer wieder mal Phasen, in denen es schwierig war. Aber wir haben jedes Mal rechtzeitig die Kurve bekommen. Wir werden das auch in dieser Saison schaffen, das sagt mir meine Erfahrung.

DFB.de: Sie sind seit 2008 in Duisburg. Über zehn Jahre sind auch im Frauenfußball eine lange Zeit. Was bedeutet Ihnen dieser Verein?

Kämper: Es ist kein Zufall, dass ich so lange hier bin. Wir haben gemeinsam Höhen und Tiefen erlebt. Es war bisher nicht langweilig. Ich fühle mich total wohl hier. Meine Familie und Freunde leben in der Nähe. Ich bin nicht weit weg von zuhause. Es passt derzeit einfach perfekt für mich. Wir haben eine super Truppe hier. Ich mag die Menschen, die im Verein arbeiten. Wir kennen uns schon lange. Da ist ein Vertrauensverhältnis entstanden. Solche Dinge sind für mich einfach ganz wichtig.

DFB.de: Auch wichtiger als vielleicht die Möglichkeit, mal den Verein zu wechseln? Womöglich sogar mal ins Ausland zu gehen?

Kämper: Für mich ist das im Moment kein Thema. Ich bin ein sehr heimatverbundener Mensch und muss nicht unbedingt das aufgeben, was mir gefällt, nur um ein neues Abenteuer zu erleben. Ich kann jede Spielerin verstehen, die es anders sieht und dann auch anders macht. Aber ich brauche das nicht unbedingt. Ich will niemals komplett ausschließen, dass mich vielleicht auch nochmal etwas Neues reizen würde. Aber da müsste schon viel zusammenkommen. Im Moment bin ich glücklich hier. Vor allem auch darüber, dass ich wieder total fit bin. Das weiß ich sehr zu schätzen. Eines ist aber auch klar: In zehn Jahren werde ich nicht mehr Fußball spielen, weil ich irgendwann auch eine Familie gründen möchte.

DFB.de: Ende 2016 haben Sie sich das Kreuzband gerissen. Diese Verletzung hat Sie über eineinhalb Jahre außer Gefecht gesetzt.

Kämper: Das war eine harte Zeit. Aber jetzt ist alles wieder OK. Ich bin wieder total fit. Seitdem ich wieder dabei bin, habe ich keine einzige Einheit verpasst. Und ich habe keinerlei Angst mehr bei Bewegungen, die den Kreuzbandriss ausgelöst haben.

DFB.de: Warum hat es so lange gedauert?

Kämper: Zu dem Kreuzbandriss kam noch eine Entzündung im Knie hinzu, die den Heilungsverlauf extrem verzögert hat. Ich konnte erst vier Monate, nachdem ich mir das Kreuzband gerissen habe, operiert werden. Wir mussten erst die Entzündung in den Griff bekommen.

DFB.de: Gab es in den 18 Monaten auch mal Gedanken an ein Karriereende?

Kämper: Am Anfang war es natürlich nicht einfach. Ich war ungeduldig und habe mich immer gefragt, wo denn die Entzündung herkommt und wann endlich der Eingriff stattfinden kann, damit es vorwärts geht. Aber spätestens nach der OP war für mich ein Ende der Leidenszeit in Sicht. Gedanken an ein Karriereende hatte ich eigentlich zu keinem Zeitpunkt. Ich wollte mir von dieser Geschichte auch einfach nicht meine Karriere und meinen Traum kaputt machen lassen.

DFB.de: Haben Sie im Zuge der Verletzung gemerkt, wie wichtig Ihnen der Fußball tatsächlich ist?

Kämper: Ja und nein. Die Frage kann ich nicht eindeutig beantworten. Einerseits habe ich natürlich dem Tag entgegengefiebert, an dem ich endlich wieder mit der Mannschaft auf dem Platz stehen kann. Andererseits habe ich es aber auch teilweise genossen, nachmittags nach der Reha mal frei zu haben und nicht abends schon wieder auf dem Trainingsplatz stehen zu müssen. Aber grundsätzlich ist es natürlich schon so, dass der Fußball ein extrem wichtiger Teil meines Lebens ist. Alleine deshalb schon, weil er in gewisser Weise auch die Welt geöffnet hat.

DFB.de: 2014 sind Sie mit der U 20 des DFB Weltmeister in Kanada geworden.

Kämper: Das war natürlich mein persönliches Karrierehighlight bisher. Das Turnier war unbeschreiblich. Wir hatten eine super Truppe und haben eine grandiose Weltmeisterschaft gespielt. Dass ich dann am Ende auch noch als beste Torhüterin ausgezeichnet wurde, hat der ganzen Geschichte natürlich die Krone aufgesetzt. Dort habe ich Erfahrungen sammeln können, die mir niemand mehr nehmen kann.

DFB.de: Zuletzt waren Sie unter der neuen Bundestrainerin Martina Voss-Tecklenburg wieder im erweiterten Kreis der A-Nationalmannschaft dabei. Ein Länderspiel fehlt noch in Ihrer Vita.

Kämper: Das ist ein Traum, den ich mir noch erfüllen möchte. Aber gerade auf der Torhüterposition ist das schwierig. Es kann nur eine spielen. Viele Wechsel gibt es im Tor normalerweise nicht. Dennoch habe ich die Hoffnung selbstverständlich noch nicht aufgegeben. Ich sehe es als gutes Zeichen, dass ich zuletzt wieder dabei sein konnte. Alles andere kann ich über Leistungen auf dem Platz beeinflussen.

DFB.de: Wie haben Sie Martina Voss-Tecklenburg erlebt?

Kämper: Ich kenne sie, seitdem ich 14 Jahre alt bin. Sie war damals Trainerin in Duisburg. Der Kontakt ist nie ganz abgerissen. Sie wohnt ja in der Nähe von Duisburg und hat sich häufiger unsere Spiele angeschaut. Als Mensch hat sie sich nicht wirklich verändert, was ich sehr positiv finde. Sportlich hat sie sich extrem weiterentwickelt und bereitet die DFB-Auswahl jetzt auf die WM in Frankreich im Sommer vor.

DFB.de: Was ist dort möglich?

Kämper: Alles. Aber es ist ein weiter Weg. Die Weltspitze rückt enger zusammen, der Favoritenkreis wird größer. Mehrere Nationen können um den Titel mitspielen. Wir müssen zunächst zusehen, die Gruppenphase als Sieger zu überstehen, um einem starken Achtelfinalgegner aus dem Weg zu gehen. Am Ende ist Deutschland aber natürlich immer in der Lage, die Weltmeisterschaft zu gewinnen. Aber es muss alles passen.



[sw]

Dramatik in der Frauen-Bundesliga. Nicht nur an der Spitze, sondern auch im Tabellenkeller. Selbst der MSV Duisburg muss noch um den Klassenverbleib bangen. Ein Sieg im Nachholspiel bei Schlusslicht Borussia Mönchengladbach heute (ab 19 Uhr) wäre für den Viertletzten ein großer Schritt. MSV-Torhüterin Meike Kämper ordnet die Situation im DFB.de-Interview ein.

DFB.de: Frau Kämper, reicht ein Blick auf die Tabelle, um die Bedeutung des Duells richtig einzuordnen?

Meike Kämper: Ja, definitiv. Unser 1:0 am vergangenen Wochenende gegen Bayer Leverkusen war enorm wichtig. Dadurch haben wir die Abstiegsränge verlassen. Aber diese drei Punkte bringen uns nicht entscheidend weiter, wenn wir nicht in Mönchengladbach nachlegen können. Wir müssen da gewinnen. Dann könnten wir einen ganz großen Schritt in die richtige Richtung machen.

DFB.de: Mönchengladbach hat erst einen Punkt auf dem Konto, sieben Tore geschossen und 82 Treffer kassiert…

Kämper: … aber wir werden sie trotzdem nicht unterschätzen. Das wäre das Schlimmste, was wir machen könnten. Wir gehen zwar als Favorit in die Partie, müssen aber unsere Leistung abrufen, damit wir gewinnen. Im Hinspiel hatten wir auch zunächst Probleme und sind in Rückstand geraten. Optimal wäre ein frühes Tor – diesmal für uns. Das könnte Selbstvertrauen geben und den Knoten lösen. Aber klar ist: Es muss unser Anspruch sein, dort drei Punkte zu holen. Wenn wir unsere Leistung auf den Rasen bringen, werden wir das schaffen. Alles andere wäre eine riesige Enttäuschung.

DFB.de: Wie ist die Stimmung vor dieser wichtigen Partien?

Kämper: Der Erfolg gegen Leverkusen hat uns gut getan. Wir sind jetzt nicht ausgelassen oder überglücklich, denn wir haben noch nichts erreicht. Aber es war für das Selbstvertrauen einfach mal wieder wichtig, ein Spiel zu gewinnen – und zwar ohne Gegentreffer. Darauf können und wollen wir aufbauen.

DFB.de: Vor dem Sieg gegen Leverkusen gab es einige klare Niederlagen: 1:6 gegen Freiburg, 0:5 gegen Bremen, 0:4 gegen Bayern, 0:6 gegen Essen. Wie ist das zu erklären?

Kämper: Gar nicht. Und das ist ja auch unser Problem. Wir treten zu unbeständig auf. Wir sind einfach nicht konstant genug. Wir hatten einen guten Start mit drei Siegen, danach kamen noch zwei recht glückliche Unentschieden. Danach kam leider ein kleiner Bruch, den ich mir auch nicht erklären kann. Wir haben zu viele Gegentore kassiert – durchschnittlich mehr als drei pro Partie sind einfach zu viel.

DFB.de: Macht es Sie als Torhüterin nicht wahnsinnig, wenn Sie Woche für Woche so viele Gegentreffer kassieren?

Kämper: Das gefällt niemandem. Ich hole nicht gerne den Ball aus dem eigenen Tor, das können Sie mir glauben. Aber meine Mitspielerinnen leiden genauso darunter.

DFB.de: War das zwischenzeitliche 0:5 gegen Werder Bremen der Tiefpunkt in dieser Entwicklung?

Kämper: Das war ein schreckliches Spiel mit einer ganz schwachen Leistung von uns allen. Für mich gibt es bis heute keine Erklärung dafür, wie das passieren konnte. Aber diese Niederlage und das 1:6 danach gegen Freiburg haben uns auch die Augen geöffnet. Spätestens danach war allen klar, was die Stunde geschlagen hat. Die Negativerfahrungen der vergangenen Wochen sind uns definitiv eine Warnung. Allerdings bringt es nichts, jetzt noch lange nach den Gründen zu suchen. Das können wir nach der Saison machen, nun sollten wir nach vorne schauen. Denn jetzt sind wir wieder in der Spur und auf dem richtigen Weg. Ich bin schon lange in Duisburg, und wir hatten immer wieder mal Phasen, in denen es schwierig war. Aber wir haben jedes Mal rechtzeitig die Kurve bekommen. Wir werden das auch in dieser Saison schaffen, das sagt mir meine Erfahrung.

DFB.de: Sie sind seit 2008 in Duisburg. Über zehn Jahre sind auch im Frauenfußball eine lange Zeit. Was bedeutet Ihnen dieser Verein?

Kämper: Es ist kein Zufall, dass ich so lange hier bin. Wir haben gemeinsam Höhen und Tiefen erlebt. Es war bisher nicht langweilig. Ich fühle mich total wohl hier. Meine Familie und Freunde leben in der Nähe. Ich bin nicht weit weg von zuhause. Es passt derzeit einfach perfekt für mich. Wir haben eine super Truppe hier. Ich mag die Menschen, die im Verein arbeiten. Wir kennen uns schon lange. Da ist ein Vertrauensverhältnis entstanden. Solche Dinge sind für mich einfach ganz wichtig.

DFB.de: Auch wichtiger als vielleicht die Möglichkeit, mal den Verein zu wechseln? Womöglich sogar mal ins Ausland zu gehen?

Kämper: Für mich ist das im Moment kein Thema. Ich bin ein sehr heimatverbundener Mensch und muss nicht unbedingt das aufgeben, was mir gefällt, nur um ein neues Abenteuer zu erleben. Ich kann jede Spielerin verstehen, die es anders sieht und dann auch anders macht. Aber ich brauche das nicht unbedingt. Ich will niemals komplett ausschließen, dass mich vielleicht auch nochmal etwas Neues reizen würde. Aber da müsste schon viel zusammenkommen. Im Moment bin ich glücklich hier. Vor allem auch darüber, dass ich wieder total fit bin. Das weiß ich sehr zu schätzen. Eines ist aber auch klar: In zehn Jahren werde ich nicht mehr Fußball spielen, weil ich irgendwann auch eine Familie gründen möchte.

DFB.de: Ende 2016 haben Sie sich das Kreuzband gerissen. Diese Verletzung hat Sie über eineinhalb Jahre außer Gefecht gesetzt.

Kämper: Das war eine harte Zeit. Aber jetzt ist alles wieder OK. Ich bin wieder total fit. Seitdem ich wieder dabei bin, habe ich keine einzige Einheit verpasst. Und ich habe keinerlei Angst mehr bei Bewegungen, die den Kreuzbandriss ausgelöst haben.

DFB.de: Warum hat es so lange gedauert?

Kämper: Zu dem Kreuzbandriss kam noch eine Entzündung im Knie hinzu, die den Heilungsverlauf extrem verzögert hat. Ich konnte erst vier Monate, nachdem ich mir das Kreuzband gerissen habe, operiert werden. Wir mussten erst die Entzündung in den Griff bekommen.

DFB.de: Gab es in den 18 Monaten auch mal Gedanken an ein Karriereende?

Kämper: Am Anfang war es natürlich nicht einfach. Ich war ungeduldig und habe mich immer gefragt, wo denn die Entzündung herkommt und wann endlich der Eingriff stattfinden kann, damit es vorwärts geht. Aber spätestens nach der OP war für mich ein Ende der Leidenszeit in Sicht. Gedanken an ein Karriereende hatte ich eigentlich zu keinem Zeitpunkt. Ich wollte mir von dieser Geschichte auch einfach nicht meine Karriere und meinen Traum kaputt machen lassen.

DFB.de: Haben Sie im Zuge der Verletzung gemerkt, wie wichtig Ihnen der Fußball tatsächlich ist?

Kämper: Ja und nein. Die Frage kann ich nicht eindeutig beantworten. Einerseits habe ich natürlich dem Tag entgegengefiebert, an dem ich endlich wieder mit der Mannschaft auf dem Platz stehen kann. Andererseits habe ich es aber auch teilweise genossen, nachmittags nach der Reha mal frei zu haben und nicht abends schon wieder auf dem Trainingsplatz stehen zu müssen. Aber grundsätzlich ist es natürlich schon so, dass der Fußball ein extrem wichtiger Teil meines Lebens ist. Alleine deshalb schon, weil er in gewisser Weise auch die Welt geöffnet hat.

DFB.de: 2014 sind Sie mit der U 20 des DFB Weltmeister in Kanada geworden.

Kämper: Das war natürlich mein persönliches Karrierehighlight bisher. Das Turnier war unbeschreiblich. Wir hatten eine super Truppe und haben eine grandiose Weltmeisterschaft gespielt. Dass ich dann am Ende auch noch als beste Torhüterin ausgezeichnet wurde, hat der ganzen Geschichte natürlich die Krone aufgesetzt. Dort habe ich Erfahrungen sammeln können, die mir niemand mehr nehmen kann.

DFB.de: Zuletzt waren Sie unter der neuen Bundestrainerin Martina Voss-Tecklenburg wieder im erweiterten Kreis der A-Nationalmannschaft dabei. Ein Länderspiel fehlt noch in Ihrer Vita.

Kämper: Das ist ein Traum, den ich mir noch erfüllen möchte. Aber gerade auf der Torhüterposition ist das schwierig. Es kann nur eine spielen. Viele Wechsel gibt es im Tor normalerweise nicht. Dennoch habe ich die Hoffnung selbstverständlich noch nicht aufgegeben. Ich sehe es als gutes Zeichen, dass ich zuletzt wieder dabei sein konnte. Alles andere kann ich über Leistungen auf dem Platz beeinflussen.

DFB.de: Wie haben Sie Martina Voss-Tecklenburg erlebt?

Kämper: Ich kenne sie, seitdem ich 14 Jahre alt bin. Sie war damals Trainerin in Duisburg. Der Kontakt ist nie ganz abgerissen. Sie wohnt ja in der Nähe von Duisburg und hat sich häufiger unsere Spiele angeschaut. Als Mensch hat sie sich nicht wirklich verändert, was ich sehr positiv finde. Sportlich hat sie sich extrem weiterentwickelt und bereitet die DFB-Auswahl jetzt auf die WM in Frankreich im Sommer vor.

DFB.de: Was ist dort möglich?

Kämper: Alles. Aber es ist ein weiter Weg. Die Weltspitze rückt enger zusammen, der Favoritenkreis wird größer. Mehrere Nationen können um den Titel mitspielen. Wir müssen zunächst zusehen, die Gruppenphase als Sieger zu überstehen, um einem starken Achtelfinalgegner aus dem Weg zu gehen. Am Ende ist Deutschland aber natürlich immer in der Lage, die Weltmeisterschaft zu gewinnen. Aber es muss alles passen.

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