Vom 9. bis zum 18. Spieltag war der VfL Osnabrück ununterbrochen Tabellenführer der 3. Liga. Ausgerechnet am 19. Spieltag rutschte die Mannschaft von VfL-Trainer Daniel Thioune durch ein 1:1 bei der SpVgg Unterhaching auf Rang zwei. Den Herbstmeister-Titel sicherte sich der Karlsruher SC (3:0 beim Halleschen FC). Doch zum Jahresabschluss schlug der VfL noch einmal zurück, gewann 2:1 bei den Würzburger Kickers. Der KSC trennte sich dagegen 1:1 von Eintracht Braunschweig. Damit überwintert Osnabrück an der Spitze. Im DFB.de-Interview spricht Daniel Thioune über das Fußballjahr 2018, die Gründe für das gute Abschneiden in dieser Saison und seine Wünsche für 2019.

DFB.de: Ihre Mannschaft überwintert auf Rang eins. Macht das den Winterurlaub noch schöner, Herr Thioune?

Daniel Thioune: Ich denke, dass es für uns der verdiente Lohn ist. Wir waren zehn Wochen auf Platz eins, am 19. Spieltag wurden wir vom Karlsruher SC verdrängt. Das hat uns schon geärgert so unmittelbar vor dem Jahreswechsel. Ich gebe zu, dass der Blick auf die Tabelle unter dem Weihnachtsbaum mit uns an der Spitze besonders schön war.

DFB.de: Was war ausschlaggebend dafür, dass der VfL die Tabelle anführt?

Thioune: Wir haben vom 1. Spieltag an funktioniert. Es gibt klare Prinzipien im Spiel gegen und mit dem Ball, die alle befolgen. Wir agieren mit einer klaren Ordnung, sind aber dennoch variabel. Die Gegner können sich nur schwer auf uns einstellen.

DFB.de: Osnabrück ist seit 13 Begegnungen unbesiegt. Woher kommt diese Konstanz?

Thioune: Wir haben uns da schon ein gewisses Selbstverständnis erarbeitet. Vor allem defensiv machen wir es gut. Das Verteidigen beginnt bei uns schon ganz vorne. Wenn einer den Ball verliert, rennen mindestens zwei hinterher. Das klappt Woche für Woche. Außerdem haben wir eine hervorragende Mentalität. Rückstände schocken uns nicht. Es ist uns schon häufig gelungen, Spiele zu drehen oder in den letzten Minuten zu gewinnen. Das liegt auch daran, dass unsere Mannschaft Neues schnell adaptiert.

DFB.de: Was war bisher Ihr persönlicher Höhepunkt?

Thioune: Da gab es jetzt nicht den einen Höhepunkt. Alle Partien, in denen uns spät das entscheidende Tor gelungen ist, waren emotional. Das zeigt, dass wir ständig in der Lage sind zurückzuschlagen. Herausragend für mich ist das Tempo unserer Entwicklung. Innerhalb eines halben Jahres ging es für uns vom ersten Nichtabstiegsrang auf Platz eins. So etwas geht nur, wenn alle Rädchen ineinandergreifen.

DFB.de: Was muss Ihr Team in die Waagschale werfen, um auch am Ende oben zu stehen?

Thioune: Wir tun nach wie vor gut daran, demütig zu bleiben und nie zufrieden zu sein. Zufriedenheit bedeutet Stillstand. Es ist entscheidend, den Erfolgshunger zu halten. Jeder Spieler muss bereit sein, das eigene Ego hinter das Team zu stellen. Und wir als Trainerteam müssen schon auf kleinste Nachlässigkeiten hinweisen.

DFB.de: Glauben Sie, dass sich die Wahrnehmung des VfL in der Rückrunde noch einmal verändert und die Gegner noch motivierter sein werden?

Thioune: Das weiß ich nicht. Fakt ist, dass alle unsere Siege knapp waren. Wir haben noch keine Mannschaft aus dem Stadion geschossen. Dennoch ist auch da eine Entwicklung erkennbar. Zum Beispiel waren wir beim 2:1 gegen Wehen Wiesbaden und auch beim 1:1 in Unterhaching phasenweise sehr dominant.

DFB.de: Haben sich die größten Konkurrenten bereits oben versammelt?

Thioune: Schwierig zu sagen. Fast jede Mannschaft aus der oberen Tabellenhälfte hatte schon einmal einen Lauf. Das kann wieder passieren und dann kommen plötzlich Teams nach oben, die man aktuell nicht mehr unbedingt auf dem Schirm hat.

DFB.de: Was ist die besondere Herausforderung in der 3. Liga?

Thioune: Die wohl größte Schwierigkeit in dieser Liga ist es, aus Ballbesitz Chancen und Tore zu kreieren. Gegen tief stehende Gegner tun sich fast alle Mannschaften extrem schwer. Das ist in Liga eins und zwei oft anders, weil die Qualität am Ball dann doch um einiges höher ist.

DFB.de: Wenn Sie das gesamte Jahr 2018 einmal Revue passieren lassen: Wie fällt Ihr Fazit aus?

Thioune: Wir haben alle Facetten des Fußballs erlebt. In der vergangenen Saison war es uns nicht gelungen, uns selbst aus dem Schlamassel zu ziehen. Am Ende standen wir einen Platz über dem Strich. Dann gab es einen Umbruch und in dieser Spielzeit ging die Achterbahn wieder nach oben. Ich glaube nicht, dass wir derzeit über unserem Limit spielen. Ich denke vielmehr, dass wir genau das abliefern, was wir können.

DFB.de: Ihre Mannschaft absolviert vom 7. bis zum 13. Januar ein Trainingslager in der Türkei. Wie wichtig ist so ein Aufenthalt?

Thioune: Es ist durchaus wichtig, als Mannschaft viel Zeit miteinander zu verbringen. Das lässt uns noch enger zusammenrücken. Wir wollen während der gesamten Vorbereitung daran arbeiten, auch mal wieder häufiger in Führung zu gehen. Das ist mir ein wenig zu heiß mit den Rückständen. Immer wird es uns sicher nicht gelingen, ein Spiel nach einem Rückschlag noch zu drehen.

DFB.de: Was wünschen Sie sich sportlich wie privat für 2019?

Thioune: Privat ist Gesundheit das Wichtigstes. Sportlich wünsche ich mir, dass wir keinen Deut nachlassen, damit wir etwas schaffen, was vor der Saison niemand für möglich gehalten hätte.



[mspw]

Vom 9. bis zum 18. Spieltag war der VfL Osnabrück ununterbrochen Tabellenführer der 3. Liga. Ausgerechnet am 19. Spieltag rutschte die Mannschaft von VfL-Trainer Daniel Thioune durch ein 1:1 bei der SpVgg Unterhaching auf Rang zwei. Den Herbstmeister-Titel sicherte sich der Karlsruher SC (3:0 beim Halleschen FC). Doch zum Jahresabschluss schlug der VfL noch einmal zurück, gewann 2:1 bei den Würzburger Kickers. Der KSC trennte sich dagegen 1:1 von Eintracht Braunschweig. Damit überwintert Osnabrück an der Spitze. Im DFB.de-Interview spricht Daniel Thioune über das Fußballjahr 2018, die Gründe für das gute Abschneiden in dieser Saison und seine Wünsche für 2019.

DFB.de: Ihre Mannschaft überwintert auf Rang eins. Macht das den Winterurlaub noch schöner, Herr Thioune?

Daniel Thioune: Ich denke, dass es für uns der verdiente Lohn ist. Wir waren zehn Wochen auf Platz eins, am 19. Spieltag wurden wir vom Karlsruher SC verdrängt. Das hat uns schon geärgert so unmittelbar vor dem Jahreswechsel. Ich gebe zu, dass der Blick auf die Tabelle unter dem Weihnachtsbaum mit uns an der Spitze besonders schön war.

DFB.de: Was war ausschlaggebend dafür, dass der VfL die Tabelle anführt?

Thioune: Wir haben vom 1. Spieltag an funktioniert. Es gibt klare Prinzipien im Spiel gegen und mit dem Ball, die alle befolgen. Wir agieren mit einer klaren Ordnung, sind aber dennoch variabel. Die Gegner können sich nur schwer auf uns einstellen.

DFB.de: Osnabrück ist seit 13 Begegnungen unbesiegt. Woher kommt diese Konstanz?

Thioune: Wir haben uns da schon ein gewisses Selbstverständnis erarbeitet. Vor allem defensiv machen wir es gut. Das Verteidigen beginnt bei uns schon ganz vorne. Wenn einer den Ball verliert, rennen mindestens zwei hinterher. Das klappt Woche für Woche. Außerdem haben wir eine hervorragende Mentalität. Rückstände schocken uns nicht. Es ist uns schon häufig gelungen, Spiele zu drehen oder in den letzten Minuten zu gewinnen. Das liegt auch daran, dass unsere Mannschaft Neues schnell adaptiert.

DFB.de: Was war bisher Ihr persönlicher Höhepunkt?

Thioune: Da gab es jetzt nicht den einen Höhepunkt. Alle Partien, in denen uns spät das entscheidende Tor gelungen ist, waren emotional. Das zeigt, dass wir ständig in der Lage sind zurückzuschlagen. Herausragend für mich ist das Tempo unserer Entwicklung. Innerhalb eines halben Jahres ging es für uns vom ersten Nichtabstiegsrang auf Platz eins. So etwas geht nur, wenn alle Rädchen ineinandergreifen.

DFB.de: Was muss Ihr Team in die Waagschale werfen, um auch am Ende oben zu stehen?

Thioune: Wir tun nach wie vor gut daran, demütig zu bleiben und nie zufrieden zu sein. Zufriedenheit bedeutet Stillstand. Es ist entscheidend, den Erfolgshunger zu halten. Jeder Spieler muss bereit sein, das eigene Ego hinter das Team zu stellen. Und wir als Trainerteam müssen schon auf kleinste Nachlässigkeiten hinweisen.

DFB.de: Glauben Sie, dass sich die Wahrnehmung des VfL in der Rückrunde noch einmal verändert und die Gegner noch motivierter sein werden?

Thioune: Das weiß ich nicht. Fakt ist, dass alle unsere Siege knapp waren. Wir haben noch keine Mannschaft aus dem Stadion geschossen. Dennoch ist auch da eine Entwicklung erkennbar. Zum Beispiel waren wir beim 2:1 gegen Wehen Wiesbaden und auch beim 1:1 in Unterhaching phasenweise sehr dominant.

DFB.de: Haben sich die größten Konkurrenten bereits oben versammelt?

Thioune: Schwierig zu sagen. Fast jede Mannschaft aus der oberen Tabellenhälfte hatte schon einmal einen Lauf. Das kann wieder passieren und dann kommen plötzlich Teams nach oben, die man aktuell nicht mehr unbedingt auf dem Schirm hat.

DFB.de: Was ist die besondere Herausforderung in der 3. Liga?

Thioune: Die wohl größte Schwierigkeit in dieser Liga ist es, aus Ballbesitz Chancen und Tore zu kreieren. Gegen tief stehende Gegner tun sich fast alle Mannschaften extrem schwer. Das ist in Liga eins und zwei oft anders, weil die Qualität am Ball dann doch um einiges höher ist.

DFB.de: Wenn Sie das gesamte Jahr 2018 einmal Revue passieren lassen: Wie fällt Ihr Fazit aus?

Thioune: Wir haben alle Facetten des Fußballs erlebt. In der vergangenen Saison war es uns nicht gelungen, uns selbst aus dem Schlamassel zu ziehen. Am Ende standen wir einen Platz über dem Strich. Dann gab es einen Umbruch und in dieser Spielzeit ging die Achterbahn wieder nach oben. Ich glaube nicht, dass wir derzeit über unserem Limit spielen. Ich denke vielmehr, dass wir genau das abliefern, was wir können.

DFB.de: Ihre Mannschaft absolviert vom 7. bis zum 13. Januar ein Trainingslager in der Türkei. Wie wichtig ist so ein Aufenthalt?

Thioune: Es ist durchaus wichtig, als Mannschaft viel Zeit miteinander zu verbringen. Das lässt uns noch enger zusammenrücken. Wir wollen während der gesamten Vorbereitung daran arbeiten, auch mal wieder häufiger in Führung zu gehen. Das ist mir ein wenig zu heiß mit den Rückständen. Immer wird es uns sicher nicht gelingen, ein Spiel nach einem Rückschlag noch zu drehen.

DFB.de: Was wünschen Sie sich sportlich wie privat für 2019?

Thioune: Privat ist Gesundheit das Wichtigstes. Sportlich wünsche ich mir, dass wir keinen Deut nachlassen, damit wir etwas schaffen, was vor der Saison niemand für möglich gehalten hätte.

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